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Tipps & Wissen06. Oktober 202616 Min. Lesezeit

Sonnenschutzfolie und Klimaanlage – macht die Kombination Sinn?

Sonnenschutzfolie und Klimaanlage – macht die Kombination Sinn?

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An heissen Sommertagen kennen viele Unternehmen und Hausbesitzer das gleiche Problem: Durch grosse Fensterflächen gelangt viel Sonnenenergie ins Gebäude. Die Räume heizen sich auf und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren.

Doch ist es sinnvoll, zusätzlich zur Klimaanlage eine Sonnenschutzfolie auf den Fenstern einzusetzen?

Unsere Antwort: Ja – gerade die Kombination kann sehr sinnvoll sein.

Denn eine Klimaanlage und eine Sonnenschutzfolie erfüllen zwei unterschiedliche Aufgaben. Während die Klimaanlage die bereits vorhandene Wärme aus dem Raum abführt, setzt die Sonnenschutzfolie früher an: Sie reduziert einen Teil der Sonnenenergie bereits an der Verglasung.

Warum heizen sich Räume mit grossen Fenstern so stark auf?

Moderne Architektur setzt auf Licht und grosse Glasflächen. Das sorgt für helle und attraktive Räume, bringt im Sommer aber einen entscheidenden Nachteil mit sich.

Sonnenstrahlung trifft auf die Verglasung und ein Teil der Energie gelangt in den Innenraum. Böden, Möbel und andere Oberflächen nehmen diese Energie auf und erwärmen sich.

Besonders betroffen sind häufig:

  • Büros mit grossen Glasfassaden
  • Sitzungszimmer
  • Verkaufsräume und Showrooms
  • Wintergärten
  • Wohnungen mit grossen Fensterfronten
  • Räume mit Süd- oder Westausrichtung

Je höher der solare Wärmeeintrag ist, desto mehr Arbeit muss anschliessend die Klimaanlage leisten.

Die Klimaanlage bekämpft die Wärme – die Folie reduziert deren Entstehung

Genau hier liegt der grosse Vorteil der Kombination.

Eine hochwertige Sonnenschutzfolie verändert die solaren Eigenschaften der bestehenden Verglasung. Je nach Folientyp wird ein erheblicher Teil der auftreffenden Sonnenenergie reflektiert oder absorbiert, bevor diese den Innenraum aufheizen kann.

Dadurch muss die Klimaanlage weniger Wärme aus dem Gebäude abführen.

Einfach ausgedrückt:

Sonnenschutzfolie = weniger Wärmeeintrag

Klimaanlage = Abkühlung der verbleibenden Wärme

Zusammen können beide Systeme deshalb sehr gut funktionieren.

Kann dadurch Strom gespart werden?

Grundsätzlich ja.

Wird der solare Wärmeeintrag durch die Fenster reduziert, kann auch der Kühlbedarf des Gebäudes sinken.

Wie gross die tatsächliche Einsparung ausfällt, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen. Sie hängt unter anderem ab von:

  • Grösse der Glasflächen
  • Himmelsrichtung
  • vorhandener Verglasung
  • verwendetem Folientyp
  • Gebäudeisolation
  • gewünschter Raumtemperatur
  • Leistung und Effizienz der Klimaanlage
  • Nutzungszeiten des Gebäudes

Untersuchungen zeigen, dass Sonnenschutzfolien den Kühlenergiebedarf von Gebäuden deutlich reduzieren können. Die tatsächlichen Werte unterscheiden sich jedoch stark von Objekt zu Objekt.

Deshalb versprechen wir unseren Kunden bewusst keine pauschale Energieeinsparung von beispielsweise 20, 30 oder 40 Prozent.

Das Potenzial ist vorhanden – wie gross es tatsächlich ist, muss am jeweiligen Gebäude beurteilt werden.

Muss die Klimaanlage dadurch weniger leisten?

Das ist einer der interessantesten Punkte.

Wenn weniger Sonnenenergie in den Raum gelangt, reduziert sich die sogenannte Kühllast.

Eine bestehende Klimaanlage muss dadurch unter geeigneten Bedingungen weniger Kühlleistung bereitstellen, um die gewünschte Raumtemperatur zu halten.

Das kann verschiedene Vorteile bringen:

  • geringerer Energieverbrauch
  • weniger Belastung der Klimaanlage
  • angenehmere Temperaturen in Fensternähe
  • schneller erreichbare Wunschtemperatur
  • weniger starke Temperaturunterschiede im Raum

Besonders interessant ist dies bei Gebäuden, bei denen die Klimaanlage an sehr sonnigen Tagen bereits an ihre Leistungsgrenze kommt.

Sonnenschutzfolie statt grösserer Klimaanlage?

Auch diese Überlegung kann bei bestehenden Gebäuden interessant sein.

Wenn sich ein Raum trotz Klimaanlage stark aufheizt, liegt die erste Reaktion häufig nahe:

Wir benötigen eine stärkere Klimaanlage.

Das muss aber nicht immer die beste Lösung sein.

Bevor zusätzliche Kühlleistung installiert wird, kann es sinnvoll sein zu prüfen, woher die Wärme überhaupt kommt.

Sind grosse Glasflächen ein wesentlicher Faktor, kann eine Sonnenschutzfolie dabei helfen, die Ursache zu reduzieren, anstatt ausschliesslich zusätzliche Kühlleistung bereitzustellen.

Die Folierung ersetzt dabei nicht automatisch eine Klimaanlage. Sie kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein.

Und was kostet eine Sonnenschutzfolie?

Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Entscheidend sind insbesondere die Gesamtfläche, Anzahl und Grösse der Fenster, Zugänglichkeit, vorhandene Verglasung sowie der benötigte Folientyp.

Bei grösseren Objekten spielen zusätzlich Gerüste, Hebebühnen oder erschwerte Montagebedingungen eine Rolle.

Deshalb sollte eine professionelle Kalkulation immer das konkrete Gebäude berücksichtigen.

Den Investitionskosten stehen jedoch mehrere mögliche Vorteile gegenüber:

Reduzierung des Kühlbedarfs:
Die Klimaanlage muss weniger Wärme abführen.

Nachrüstung bestehender Fenster:
Die vorhandene Verglasung kann in vielen Fällen weiter genutzt werden.

Keine grosse bauliche Veränderung:
Die Folie wird auf die bestehende Verglasung appliziert.

Zusätzlicher Blendschutz:
Je nach Folientyp wird störende Sonneneinstrahlung reduziert.

UV-Schutz:
Hochwertige Sonnenschutzfolien können einen grossen Teil der schädlichen UV-Strahlung reduzieren und dadurch beispielsweise Möbel, Bodenbeläge und Einrichtungen zusätzlich schützen.

Aussen- oder Innenmontage?

Diese Frage ist entscheidend und muss anhand der vorhandenen Verglasung beurteilt werden.

Gerade bei modernen Mehrfach- oder Wärmeschutzverglasungen kann nicht einfach irgendeine Sonnenschutzfolie auf irgendeiner Position montiert werden.

Folientyp, Glasaufbau und Beschichtung müssen miteinander kompatibel sein.

Bei geeigneten Anwendungen sind aussenliegende Sonnenschutzfolien besonders interessant, weil die Sonnenenergie bereits auf der Aussenseite der Verglasung beeinflusst wird.

Welche Lösung geeignet ist, sollte jedoch immer anhand des vorhandenen Glases beurteilt werden.

Gibt es auch Nachteile?

Ja – auch diese sollten bei einer seriösen Beratung erwähnt werden.

Eine Sonnenschutzfolie verändert die Eigenschaften der Verglasung.

Je nach gewähltem Produkt kann der Innenraum etwas dunkler werden. Spiegelnde Folien verändern zudem die Aussenansicht des Gebäudes.

Ein weiterer Punkt ist der Winter.

Sonnenenergie, die im Sommer unerwünscht ist, kann in der kalten Jahreszeit zur natürlichen Erwärmung eines Gebäudes beitragen. Eine Sonnenschutzfolie reduziert diesen solaren Eintrag auch im Winter.

Deshalb ist nicht automatisch die stärkste oder dunkelste Folie die beste Lösung.

Entscheidend ist die richtige Balance zwischen Hitzeschutz, Lichtdurchlässigkeit, Optik und Energieeffizienz.

Was empfehlen wir?

Bei stark sonnenexponierten Räumen mit Klimaanlage halten wir die Kombination aus Sonnenschutzfolie und Klimatisierung grundsätzlich für sehr interessant.

Besonders bei grossen Glasflächen sollte man nicht nur darüber nachdenken, wie man einen aufgeheizten Raum wieder herunterkühlt.

Die bessere Frage lautet:

Wie können wir verhindern, dass unnötig viel Sonnenenergie überhaupt erst in den Raum gelangt?

Genau hier setzt die Sonnenschutzfolie an.

Unser Fazit

Sonnenschutzfolie oder Klimaanlage?

In vielen Fällen lautet die beste Antwort: beides.

Die Sonnenschutzfolie reduziert den solaren Wärmeeintrag über die Verglasung. Die Klimaanlage übernimmt anschliessend die notwendige Kühlung des Gebäudes.

Richtig aufeinander abgestimmt, kann dies den Kühlbedarf reduzieren, den Komfort erhöhen und die Klimaanlage entlasten.

Wichtig ist jedoch eine fachgerechte Beurteilung der vorhandenen Verglasung und die Wahl der passenden Sonnenschutzfolie.

Denn beim Sonnenschutz gilt nicht:

Je dunkler, desto besser.

Sondern:

Je besser Folie, Verglasung und Gebäude aufeinander abgestimmt sind, desto sinnvoller ist die Lösung.

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