Heute gedruckt, morgen foliert? Warum gute Werbetechnik Zeit braucht.
Warum muss Digitaldruck vor dem Laminieren trocknen? Und weshalb kann auch nach dem Laminieren eine zusätzliche Wartezeit sinnvoll sein? Wir erklären, wie die richtigen Produktionszeiten die Qualität und Langlebigkeit von Fahrzeugbeschriftungen und Werbetafeln beeinflussen.

„Könnt ihr unser Fahrzeug morgen schon beschriften? Der Digitaldruck ist doch bereits fertig!“
Diese Frage hören wir in der Werbetechnik immer wieder. Verständlich, denn ein neues Firmenfahrzeug soll möglichst schnell auf die Strasse, eine Werbetafel rechtzeitig montiert und eine Werbeaktion termingerecht umgesetzt werden.
Doch was viele nicht wissen: Eine frisch bedruckte Folie ist nicht automatisch bereit für die Laminierung und Montage.
Gerade bei hochwertigen Fahrzeugbeschriftungen können die richtigen Trocknungs- und Verarbeitungszeiten entscheidend für die Qualität und Langlebigkeit sein.
Bei Montanus Werbetechnik setzen wir deshalb auf sorgfältig abgestimmte Produktionsabläufe. Wir erklären, weshalb sich ein paar Tage Geduld für unsere Kunden langfristig auszahlen.
1. Warum muss ein Digitaldruck überhaupt trocknen?
Bei der Herstellung von Fahrzeugbeschriftungen, Werbefolien und anderen selbstklebenden Digitaldrucken setzen wir unter anderem auf die Eco-Solvent-Drucktechnologie.
Die verwendeten Tinten enthalten Lösungsmittel, die während und nach dem Druck aus dem Material entweichen müssen. Dieser Vorgang wird als Ausgasen bezeichnet.
Auch wenn sich die Oberfläche bereits trocken anfühlt, bedeutet das nicht automatisch, dass die Folie ausreichend ausgegast ist.
Wird sie zu früh laminiert, können verbleibende Lösungsmittel eingeschlossen werden und die Eigenschaften der Folie, des Laminats und des Klebstoffs beeinträchtigen.
Mögliche Folgen sind Blasenbildung, Veränderungen der Klebkraft, Schrumpfungen oder sich später ablösende Folienkanten.
Besonders bei Fahrzeugvollfolierungen, bei denen die Folie über Rundungen, Sicken und Vertiefungen verarbeitet wird, können solche Probleme erhebliche Auswirkungen auf das Endergebnis haben.
Deshalb beginnt eine hochwertige Fahrzeugbeschriftung nicht erst bei der Montage, sondern bereits bei der richtigen Vorbereitung des Druckmaterials.
2. Wie lange muss ein Digitaldruck trocknen?
Die notwendige Ausgasungszeit hängt von der verwendeten Tinte, dem Folienmaterial, dem Farbauftrag sowie der Temperatur und Luftzirkulation im Produktionsraum ab.
Bei Eco-Solvent-Drucken sind je nach Materialsystem Trocknungszeiten von mindestens 24 bis 72 Stunden üblich. Die konkreten Herstellervorgaben sind dabei entscheidend.
Für unsere Produktionsplanung orientieren wir uns an folgenden Richtwerten:
- Eco-Solvent-Druck mit geringem Farbauftrag: 24 bis 48 Stunden.
- Eco-Solvent-Druck mit normalem Farbauftrag: rund 48 Stunden.
- Eco-Solvent-Druck mit hohem Farbauftrag: 48 bis 72 Stunden.
- Grossflächige Fahrzeugfolierungen: 48 bis 72 Stunden.
- Besonders anspruchsvolle Drucke: Bei Bedarf auch längere Ausgasungszeiten.
Diese Angaben sind allgemeine Planungsrichtwerte. Die technischen Vorgaben der jeweiligen Tinten- und Folienhersteller haben immer Vorrang.
Wichtig ist zudem die richtige Lagerung. Frisch bedruckte Folien sollten so gelagert werden, dass die Lösungsmittel möglichst ungehindert entweichen können. Eine straff aufgewickelte Rolle kann diesen Vorgang erschweren.
3. Muss die Folie nach dem Laminieren nochmals ruhen?
Eine Frage, die auch in der Werbetechnik häufig unterschätzt wird.
Nach der Ausgasung werden viele Digitaldrucke mit einem transparenten Schutzlaminat versehen. Dieses schützt das Druckbild je nach Material unter anderem vor mechanischer Beanspruchung, Witterung und UV-Strahlung.
Beim Kaltlaminieren wird das Schutzlaminat mittels Druck auf die bedruckte Folie aufgebracht.
Der Klebstoff des Laminats benötigt je nach Produkt eine gewisse Zeit, um seine endgültige Haftung aufzubauen.
Bei anspruchsvollen Fahrzeugfolierungen kann es deshalb sinnvoll sein, die laminierte Folie vor dem Plotten, Entgittern und Montieren nochmals ruhen zu lassen.
Unsere Empfehlung: Bei anspruchsvollen Fahrzeugfolierungen planen wir nach Möglichkeit eine zusätzliche Ruhezeit von rund 24 Stunden nach dem Laminieren ein.
Diese Wartezeit ist nicht bei jeder Folie erforderlich. Entscheidend sind die verwendete Materialkombination und die Verarbeitungsvorgaben des Herstellers.
Eine ausreichende Haftungsentwicklung kann dazu beitragen, dass Druckfolie und Schutzlaminat auch beim anschliessenden Plotten, Entgittern und Verarbeiten über komplexe Fahrzeugkonturen zuverlässig miteinander verbunden bleiben.
Bei einfachen, flachen Beschriftungen kann die Weiterverarbeitung je nach Materialsystem auch unmittelbar nach dem Laminieren erfolgen.
4. Was gilt beim Aufziehen auf Forex- und Dibondplatten?
Auch bei Werbetafeln, Baustellenschildern und Gebäudebeschriftungen spielt die richtige Weiterverarbeitung eine wichtige Rolle.
Häufig werden diese Produkte hergestellt, indem eine bedruckte Selbstklebefolie zunächst laminiert und anschliessend auf eine Trägerplatte aus Forex oder Dibond aufgezogen wird.
Wird die Folie mit Eco-Solvent-Tinte bedruckt, muss sie vor der Laminierung ausreichend ausgasen – unabhängig davon, ob sie später auf ein Fahrzeug oder eine starre Platte aufgezogen wird.
Nach dem Laminieren kann die Folie bei einfachen, flachen Plattenkaschierungen je nach Materialsystem unmittelbar weiterverarbeitet werden.
Eine zusätzliche Ruhezeit von rund 24 Stunden kann bei anspruchsvollen Anwendungen sinnvoll sein, ist jedoch nicht grundsätzlich erforderlich.
Auch die fertig kaschierte Platte muss nicht automatisch einen weiteren Tag ruhen. Bei geeigneten Materialien und fachgerechter Verarbeitung kann sie häufig direkt zugeschnitten oder montiert werden.
Entscheidend sind eine saubere und geeignete Oberfläche, der richtige Anpressdruck und die Einhaltung der jeweiligen Herstellervorgaben.
5. Wie sieht es beim UV-Direktdruck aus?
Nicht jedes Druckverfahren benötigt dieselben Trocknungszeiten.
Bei Montanus Werbetechnik setzen wir für den UV-Direktdruck unter anderem auf unseren Mimaki JFX200-2513EX Flachbettdrucker.
Im Gegensatz zum Eco-Solvent-Druck werden UV-härtende Tinten mithilfe von UV-Licht ausgehärtet.
Dadurch entfällt die mehrtägige Ausgasungszeit, die bei lösungsmittelhaltigen Digitaldrucken notwendig sein kann.
Forex, Dibond und andere geeignete Plattenmaterialien können nach dem UV-Direktdruck häufig direkt weiterverarbeitet werden, sofern die Tinte vollständig ausgehärtet ist und die jeweiligen Materialvorgaben eingehalten werden.
Das bietet insbesondere bei kurzfristigen Aufträgen und grossflächigen Plattenproduktionen interessante Möglichkeiten, die Produktionszeit zu verkürzen.
6. Unsere Produktionszeiten auf einen Blick
Damit unsere Kunden die einzelnen Arbeitsschritte besser nachvollziehen können, haben wir die wichtigsten Planungsrichtwerte zusammengefasst.
Eco-Solvent-Druck: Für die Ausgasung vor dem Laminieren planen wir bei vielen Anwendungen rund 48 bis 72 Stunden ein.
Anspruchsvolle Fahrzeugfolierungen: Nach dem Laminieren kann eine zusätzliche Ruhezeit von rund 24 Stunden sinnvoll sein, damit sich die Haftung zwischen Druckfolie und Schutzlaminat ausreichend entwickeln kann.
Plotten und Entgittern: Die Weiterverarbeitung erfolgt nach ausreichender Ausgasung und, soweit erforderlich, nach entsprechender Haftungsentwicklung des Laminats.
Aufziehen auf Forex oder Dibond: Je nach Materialsystem kann die Folie unmittelbar nach dem Laminieren auf die Platte aufgezogen werden.
UV-Direktdruck auf Platten: Nach vollständiger Aushärtung der Tinte können die bedruckten Platten häufig direkt weiterverarbeitet werden.
Die angegebenen Zeiten sind Planungsrichtwerte. Die technischen Vorgaben der verwendeten Druckfolien, Tinten und Laminate haben immer Vorrang.
7. Weshalb wir unseren Kunden manchmal einige Tage Geduld empfehlen
Wir wissen, dass es bei vielen Projekten schnell gehen muss. Ein neues Firmenfahrzeug soll möglichst rasch eingesetzt werden, eine Werbeaktion hat einen festen Starttermin oder eine Veranstaltung steht unmittelbar bevor.
Trotzdem ist es nicht immer sinnvoll, jeden Produktionsschritt maximal zu beschleunigen.
Eine professionelle Fahrzeugbeschriftung besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten: Datenaufbereitung, Digitaldruck, Ausgasung, Laminierung, Zuschnitt, Montage und Qualitätskontrolle.
Jeder dieser Schritte benötigt seine Zeit.
Werden notwendige Ausgasungszeiten nicht eingehalten oder Folien zu früh weiterverarbeitet, können Probleme entstehen, die sich häufig erst nach der Montage zeigen.
Eine spätere Nachbesserung oder sogar der vollständige Austausch einer Beschriftung ist mit deutlich mehr Aufwand verbunden als eine sorgfältige Produktionsplanung.
Deshalb investieren wir bei Montanus Werbetechnik lieber etwas mehr Zeit in eine fachgerechte Produktion, als unnötige Qualitätsrisiken einzugehen.
Unser Fazit: Gute Qualität braucht manchmal etwas Geduld
Unsere Kunden investieren in einen professionellen Werbeauftritt. Diese Investition soll sich langfristig auszahlen.
Bei Montanus Werbetechnik verbinden wir moderne Drucktechnologien mit hochwertigen Materialien, langjähriger Erfahrung und sorgfältig abgestimmten Produktionsabläufen.
Wenn wir für eine Fahrzeugbeschriftung oder einen grossflächigen Digitaldruck einige Tage Produktionszeit einplanen, hat das einen guten Grund.
Wir möchten ein Ergebnis liefern, das nicht nur bei der Übergabe begeistert, sondern auch nach Jahren noch überzeugt.
Denn eine Beschriftung, die heute einen Tag früher fertig wird, aber morgen Probleme verursacht, ist für niemanden ein Gewinn.
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